Bürgerstrom

Nachhaltige Martwirtschaft

Materialien und Links zu Klimawandel,
Erneuerbare Energien, Nachhaltige Marktwirtschaft

Erneuerbare Energien in Deutschland 2019Erneuerbare Energie in Deutschland 2019 - Daten zur Entwicklung

Erneuerbare Energien in Deutschland - Daten zur Entwicklung im Jahr 2019

Zitat Website UBA: Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) bilanziert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie regelmäßig die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland.



Deutschland in Zahlen

Demografie, Arbeitsmarkt, Wachstum, Strukturwandel, Konjunktur, Wirtschaftsentwicklung, Außenwirtschaft, Geld und Währung, Kosten, Renditen, Unternehmen, Einkommen, Wohlstand, Verteilung, Kaufkraft, Öffentliche Haushalte, Steuern, soziale Sicherung, Infrastruktur, Verkehr, Umwelt, Energie, Rohstoffe, Forschung, Bildung, Deutschland regional und im internationalen Vergleich

Zitat von der Website: Die IW Medien GmbH ist verantwortlich für deutschlandinzahlen.de. Sie ist eine Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft und versteht sich als Full-Service-Agentur: Sie unterstützt Kunden dabei, ihre Botschaften verständlich und begeisternd zu kommunizieren, Menschen zu überzeugen und zu aktivieren. Kunden der IW Medien sind Verbände, Stiftungen, Unternehmen und politische Institutionen.  

Statistik-Website Deutschland in Zahlen

Stichworte - Wonach suchen Sie? Abgabenbelastung Altersstruktur Arbeitskosten Arbeitsmarkt Arbeitszeit Ausgaben Bauinvestitionen Beschäftigte Bevölkerung Bruttoinlandsprodukt Bruttomonatslohn Bruttosozialprodukt CO2-Emissionen Demografie Digitalisierung Einfuhr Einkommen Einnahmen Energiebilanz Energieverbrauch Energieversorgung Erwerbstätige Erzeugerpreise Exporte Fläche Flächennutzungsarten Fluggäste Flughäfen Gastgewerbe Geldvermögen Gemeinden Gesamtwirtschaft Gesundheitsausgaben Gewinne Globalisierung Grundsicherung Haushalt Haushaltseinkommen Haushaltsgröße Immobilienpreise Importe Inflationsraten Jahresarbeitszeit Jahresverdienst Kohlendioxid Krankenversicherung Lebenserwartung Löhne Luftbelastung Luftverkehr Mieten Mineralölsteuer Mobilfunk Monatslohn Nettolohnsumme Öffentliche Haushalte Preisindex Primärenergieverbrauch Private Altersvorsorge Private Haushalte Rendite Schadstoffe Sozialbudget Staatsausgaben Staatseinnahmen Staatsquote Staatsverschuldung Steuereinnahmen Steuern Steuersätze Straßenlänge Straßenverkehr Stromerzeugung Stromverbrauch Stundenlohn Subventionen Treibhausgase Umweltschutz Unternehmen Verbraucherpreise Verkehr Verkehrswege Vermögen Vermögensbildung Verschuldung Wasserversorgung Wohnungsmieten


Bürgerstrom Informationen im PDF-Format

Die nachfolgend aufgelisteten und direkt abrufbaren Informationsmaterialien sind im Internet frei zugänglich. Regierungen, Organisationen, Verbände und andere Institutionen stehen in der Verantwortung zur öffentlichen Bewusstseinsbildung, wie sie in der Deklaration von RIO im Jahre 1992 im Grundsatz 10 angeführt wurde:

Umweltfragen sind am besten auf entsprechender Ebene unter Beteiligung aller betroffenen Bürger zu behandeln. Auf nationaler Ebene erhält jeder Einzelne angemessenen Zugang zu den im Besitz öffentlicher Stellen befindlichen Informationen über die Umwelt, einschließlich Informationen über Gefahrstoffe und gefährliche Tätigkeiten in ihren Gemeinden, sowie die Gelegenheit zur Teilhabe an Entscheidungsprozessen.
Die Staaten erleichtern und fördern die öffentliche Bewusstseinsbildung und die Beteiligung der Öffentlichkeit, indem sie Informationen in großem Umfang verfügbar machen. Wirksamer Zugang zu Gerichts - und Verwaltungsverfahren, so auch zu Abhilfe und Wiedergutmachung, wird gewährt.

Es liegt an uns Bürgern, das vorhandene Wissen für uns nutzbar zu machen und Entscheidungen zu treffen um eine Nachhaltige Entwicklung der Gesellschaften zu ermöglichen.
Ihr Dietmar Helmer (im Jahr 2005)


Deklaration von RIO 1992 - UNO-Konferenz

Die auf Deutsch übersetzte offizielle Fassung der RIO-Erklärung über Entwicklung und Umwelt vom Juni 1992 finden Sie hier.

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung zusammengekommen in Rio de Janeiro vom 3. bis 14. Juni 1992, in Bekräftigung der am 16. Juni 1972 in Stockholm verabschiedeten Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen sowie in dem Bemühen, darauf aufzubauen, mit dem Ziel, durch die Schaffung von neuen Ebenen der Zusammenarbeit zwischen den Staaten, wichtigen Teilen der Gesellschaft und der Bevölkerung eine neue und gerechte weltweite Partnerschaft aufzubauen, bemüht um internationale Übereinkünfte, in denen die Interessen aller geachtet werden und die Integrität des globalen Umwelt- und Entwicklungssystems geschützt wird, in Anerkennung der Unteilbarkeit der Erde, unserer Heimat und der auf ihr bestehenden Wechselbeziehungen stellt fest ...

Hier finden Sie die offizielle Fassung auf Englisch.


UNO - Nachhaltige Entwicklung - SGD - 17 Ziele

Hier ist der Link zur UNO - Link zur RIO-Deklaration.
Die Seiten des deutschen Übersetzungsdienstes zu UNO-Informationen und Dokumenten finden Sie hier.

Und zusätzlich die Seite zur UNRIC - Das Regionale Informationszentrum der Vereinten Nationen - welches für Westeuropa zuständig ist und Informationen und Dokumente auf Deutsch zur Verfügung stellt.

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ist ein globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Seit 2016 arbeiten alle Länder daran, diese gemeinsame Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten in nationale Entwicklungspläne zu überführen. Dabei ist es besonders wichtig, sich den Bedürfnissen und Prioritäten der schwächsten Bevölkerungsgruppen und Länder anzunehmen - denn nur wenn niemand zurückgelassen wird, können die 17 Ziele bis 2030 erreicht werden.

Kyoto-Protokoll in deutscher Übersetzung

Das Bundesumweltministerium stellt eine deutsche Übersetzung des Kyoto-Protokolls zur Verfügung mit weiteren erläuternden Informationen. Die englische Originalfassung des Kyotoprotokolls finden Sie hier.
Zitat BMU-Website: "Das Kyoto-Protokoll gilt als Meilenstein in der internationalen Klimapolitik. Es wurde auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Kyoto 1997 (COP 3) verabschiedet und enthielt erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Reduzierungsverpflichtungen für die Industrieländer. Das Protokoll wurde von 191 Staaten ratifiziert, darunter alle EU-Mitgliedstaaten sowie wichtige Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika. Die USA haben das Kyoto-Protokoll bis heute nicht ratifiziert. Kanada ist im  Jahr 2013 ausgetreten." (Stand 2020-07)

Textfassungen des EEG - "Energie-Einspeise-Gesetz" in der jeweiligen Fassung von 2000 / 2004 / 2009 / 2012 / 2014 / 2017

Hier steht der offiziellen Texte des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG).

Berichte des IPCC - Weltklimarat - zum Klimawandel

Die Berichte des "Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen" "Intergovernmental panel on climate change" (IPCC) zeigt wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel auf. Dieser Ausschuss ist eine Teilorganistation der UNEP, der Umweltorganistation der UNO.

Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger - Klimaänderung 2001: Synthesebericht
Ein Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung
(Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC)
Diese am XVIII IPCC-Plenum (Wembley, United Kingdom, 24-29 September 2001) in allen Einzelheiten verabschiedete Zusammenfassung enthält die offiziell genehmigte Erklärung des IPCC zu den wichtigsten in den Beiträgen der Arbeitsgruppen zum Dritten Wissensstandsbericht enthaltenen Ergebnissen und Unsicherheiten.

Umweltbewusstsein in Deutschland 1996 bis 2018

Umweltbewusstsein in Deutschland 1996 bis 2016Umweltbewusstsein in Deutschland 1996 bis 2016

Umwelteinstellung in Deutschland von 1996 bis 2016: Eine Sekundäranalyse der Umweltbewusstseinsstudien

Wie das Umweltbewusstsein in Deutschland ausgeprägt ist, sieht man an den fortlaufenden Studien zu diesem Themenfeld.
Diese Studien zeigen auf, wie in Deutschland unter anderem über den Umweltschutz und die erneuerbaren Energien gedacht wird.



Umweltbewusstsein in Deutschland 2018    Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage        

Zitat BMU-Website: "Die Umweltbewusstseinsstudie 2018 zeigt im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2016, dass die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes und die Erwartungshaltung an die relevanten Akteure gestiegen sind. Die Menschen sehen Umweltpolitik als Aufgabe aller Politikbereiche an. Mit der Studie wird seit 1996 im Zweijahresrhythmus untersucht, wie sich Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland entwickeln. Für die Studie 2018 wurden zwei repräsentative Befragungswellen mit je rund 2.000 Personen durchgeführt. Die Studie bietet eine sozialwissenschaftlich fundierte Grundlage für die Umweltpolitik und Umweltkommunikation und richtet sich an die fachlich interessierte Öffentlichkeit."

Globaler Statusbericht 2005 Erneuerbare Energien

Der vorliegende Bericht des "Worldwatch Institute" für das REN21-Netzwerk gibt einen umfassenden Überblick über den weltweiten Stand der Entwicklung im Bereich erneuerbaren Energien im Jahr 2005. Er befasst sich mit Märkten, Investitionen, Industriebranchen, politischen Instrumenten und Programmen und erneuerbarer (netzferner) Energie in Entwicklungsländern. Außerdem enthüllt er einige überraschende Fakten über erneuerbare Energien, in denen sich vielfach die ausgeprägten Wachstumstrends und die wachsende Bedeutung dieser Energien im Vergleich zu konventioneller Energie widerspiegeln.

REN21 ist ein globales Politiknetzwerk, das ein Forum für führende Initiativen im Bereich erneuerbare Energien auf internationaler Ebene bieten soll. Ziel ist es, durch Unterstützung politischer Entwicklungen und Entscheidungsprozesse auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien in Entwicklungs- und Industrieländern zu ermöglichen.

REN21 steht als Netzwerk engagierter und fähiger Köpfe allen relevanten Akteuren im Bereich erneuerbare Energien offen. Die Initiative ist geprägt von einem offenen Ideen- und Informationsaustausch, in dem weltweit Kooperationen und Maßnahmen zur
Förderung der erneuerbaren Energien unterstützt werden. REN21 schafft ein gemeinsames Forum für Regierungen, internationale Einrichtungen und Organisationen, Partnerschaften und Initiativen und andere Akteure auf politischer Ebene und verbindet sie mit den Menschen vor Ort. REN21 ist selbst kein Akteur, sondern ein Netzwerk von sich ständig weiter entwickelnden Beziehungen, dessen Hauptantriebskraft das Engagement für erneuerbare Energien ist. Die Einrichtung eines globalen Politiknetzwerks war Bestandteil der Politischen Erklärung der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, die 2004 in Bonn stattfand (Renewables 2004), der offizielle Startschuss für das Netzwerk fiel im Juni 2005 in Kopenhagen.

Globaler Statusbericht 2020 Erneuerbare Energien
Renewables 2020 Global Status Report

The report brings together all the latest information about renewable energy market and industry developments, policy and investment trends. (Key Findings)
Zitat aus der Pressemeldung zum Statusbericht 2020:Über REN21 und den Renewables Global Status Report (GSR)
REN21 ist die einzige globale Community von Akteuren aus Wissenschaft, Forschung, Regierungen, NGOs und der Industrie aus allen Sektoren der erneuerbaren Energien. Wir stellen Entscheidungsträgern aktuelle Fakten, Zahlen und Analysen zur globalen Entwicklung in Technologie, Politik und Märkten bereit. Unser Ziel: sie zu ermutigen und in die Lage zu versetzen, die Umstellung auf erneuerbare Energien zu vollziehen - jetzt!


Externe Kosten der Stromerzeugung

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages

Ausarbeitung WD 5 - 131/06 Abschluss der Arbeit: 10.08.2006 Fachbereich WD 5: Wirtschaft und Technologie; Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft; Tourismus

Externe Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Vergleich zur Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern
Einleitung
Die vorliegende Ausarbeitung betrachtet aktuelle wissenschaftliche Studien zu den Gestehungs-kosten von Strom. Dabei muss zwischen den internen und den externen Bestandteilen der Gesamtgestehungskosten unterschieden werden. ...
Zu den Begriffen der internen und externen Kosten und ihrer Anwendung Interne Kosten der Stromerzeugung sind diejenigen Kosten, die bei den Produzenten anfallen, mit denen sie kalkulieren und die sie im Zuge der Preisgestaltung an die Stromverbraucher weitergeben. Über diese internen Kosten hinaus verursacht die Herstellung von Strom aber noch weitere Kosten, die nicht bei den Produzenten anfallen, sondern bei Dritten. Diese Kostenbestandteile werden von der „Allgemeinheit“ getragen und als externe Kosten der Stromerzeugung bezeichnet. Die externen Kosten der Stromerzeugung gehen nicht in den Preis des erzeugten Stroms ein. Damit entsteht eine aus ökonomischer Sicht ineffiziente Situation: Der Preis von Strom spiegelt nicht vollständig die durch seine Herstellung verursachten Kosten wider. Es kommt zu einem Marktgleichgewicht mit einem zu hohen Umsatz an Strom. Die durch die Herstellung der letzten Einheiten von Strom verursachten Gesamtkosten (intern plus extern) liegen über dem durch den Strom gestifteten ökonomischen Nutzen. Deshalb ist es ein Gebot der ökonomischen Effizienz, die externen Kosten der Stromerzeugung so weit wie möglich zu „internalisieren“, indem sie den Verursachern angelastet werden. Erste Schritte in diese Richtung stellen in Deutschland die Ökosteuer und die Zertifikatspflicht für CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung dar. Um die Angemessenheit solcher Maßnahmen beurteilen zu können, muss der Versuch unternommen werden, die Höhe der mit der Stromerzeugung verbundenen externen Kosten zu quantifizieren. Dabei stellen sich erhebliche Informationsprobleme, die im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung genauer analysiert werden. Auch die Schätzung der internen Kosten der Stromerzeugung ist für Außenstehende nicht ohne Unsicherheiten bezüglich der zu treffenden Annahmen möglich. Die Informationsprobleme sind hierbei aber wesentlich geringer, da der Marktpreis für Strom, wie er sich z.B. in den Notierungen an der Leipziger Strombörse für den Großhandel ausdrückt, als Orientierungsmarke zur Kontrolle der Schätzungen verwendet werden kann. Da die externen Kosten der Stromerzeugung nicht auf Märkten verarbeitet werden, sind die Bandbreiten der Schätzungen sowie ihrer Annahmen größer und die Ergebnisse der entsprechenden Studien Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Vermeidung externer Kosten durch Erneuerbare Energien - Methodischer Ansatz und Schätzung für 2009 (MEEEK)

Im Rahmen des Projekts „Einzel- und gesamtwirt-schaftliche Analyse von Kosten- und Nutzen-wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien im deutschen Strom- und Wärmemarkt“

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Berlin im Juni 2010

Theoretische Grundlagen und methodische Ansätze
In allen Bereichen des Wirtschaftslebens wie der Produktion oder des Konsums von Gütern können externe Effekte hervorgerufen werden, die nicht ohne weiteres bei wirt-schaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden, weil sie an anderen Stellen - außerhalb des jeweiligen Entscheidungs-bereichs - auftreten. Solche Nebenwirkungen können sich in anderen Bereichen entweder positiv als externe Nutzen oder negativ als externe Kosten auswirken. Solange solche externen Nutzen oder Kosten vernachlässigt werden, werden aus ökonomischer Sicht falsche Bewertungen vorgenommen und marktwirtschaftliche Ergebnisse verzerrt. Externe Kosten entstehen insbesondere bei Aktivitäten, die mit Umweltbelastungen durch die Emission von Schadstoffen verbunden sind. Ohne ausreichende Gegenmaßnahmen entstehen zu hohe Emissionen und damit zu hohe Umweltbelastungen, Umweltschäden und Umweltschadens-kosten.


Memorandum: New Deal für Nachhaltigkeit 2006

Nachfolgend ein Auszug aus dem Memorandum, welches das BMU auf dem Innovationskongress in Berlin am 30.10.2006 vorgestellt hat. Lassen wir den Worten Taten folgen! Zitatauszüge:
ÖKOLOGISCHE INDUSTRIEPOLITIK
Memorandum für einen „New Deal“ von Wirtschaft, Umwelt und Beschäftigung BMU, Berlin, Oktober 2006

IV. Leitlinien einer Ökologischen Industriepolitik
Um die doppelte Dividende der grünen Leitmärkte für Umwelt und Wirtschaft zu realisieren, brauchen wir eine aktive Politik.
Deutschland muss die Idee des technischen Fortschritts wiederentdecken. Angesichts des Handlungsdrucks sind „revolutionäre“ Technologiesprünge in industriellen Kernbereichen wie der Energieerzeugung und -verwendung sowie der Stoffnutzung notwendig. Der Markt kann diese Aufgabe nicht alleine bewältigen. Solange sich mit knappen Ressourcen trefflich Geld verdienen lässt oder wenn Märkte oligopolistisch strukturiert sind, sind diese keine guten Ratgeber.
Notwendig ist eine ökologisch-industriepolitische Strategie im Interesse unserer Umwelt und im ureigensten wirtschaftlichen Interesse.
So können neues Wachstum, neue Wertschöpfung, neue Produkte und neue Beschäftigung entstehen. Die Ökologische Industriepolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie braucht einen Staat, der als Pionier vorangeht. Der Dialog der Akteure muss zum „New Deal“ von Wirtschaft, Umwelt und Beschäftigung werden.
Innovation bleibt immer „schöpferische Zerstörung“ (Schumpeter), Win-win-Situationen in Bezug auf Umwelt und Wirtschaft schließen Verteilungskonflikte innerhalb der Wirtschaft nicht aus. Neue Technologien verdrängen alte Technologien, wachsende Märkte stehen schrumpfenden Märkten gegenüber und damit immer Gewinnern auch Verlierer.
Folgende Leitlinien müssen zum Erfolg der Ökologischen Industriepolitik und damit auch für die Durchsetzung einer regelrechten globalen Effizienzrevolution im Rahmen einer „dritten industriellen Revolution“ beitragen: Der Staat muss zum Pionier werden
Der Staat und seine Umweltpolitik sind wichtige Innovationstreiber. Benchmarks zur Grundlage ökologisch industriepolitischen Handelns machen
Konkrete Benchmarks tragen dazu bei, die politische Agenda zu strukturieren – etwa wenn sich die Bundesregierung verpflichtet, die Energie- und Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln und den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis dahin auf mindestens 20% zu steigern.
Einen intelligenten ökologisch-industriellen Regulierungsrahmen entwickeln
Wenn in einer globalisierten Shareholder-Ökonomie kurzfristige Renditeerwartungen die langfristige Gewinnorientierung überlagern und zum bestimmenden Maßstab unternehmerischer Entscheidung werden, schädigt dies wirtschaftliche Potenziale und ist schlecht für die Umwelt.
Exportpotenziale besser ausschöpfen
Die Exportinitiative Erneuerbare Energien hat zum Erfolg der Branche mit beigetragen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Beispiel dafür, wie sich ein erfolgreiches Instrument international durchgesetzt hat und Klimaschutzpolitik zum Erfolg einer Branche maßgeblich beigetragen hat.
Markteinführung innovativer Technologien beschleunigen
Staatliche Beschaffungspolitik und intelligente Markteinführungsprogramme können zur Verbreitung von Innovationen beitragen. Aber auch die Unternehmen stehen in der Verantwortung, in ihrer Produktpolitik dem Stand der Technik Rechnung zu tragen.
Innovationsfinanzierung für Unternehmen verbessern
Als zentrale Probleme erweisen sich immer wieder die hohen Kosten für. Mit einer Überwindung der Finanzierungshemmnisse und einer verbesserten Innovationsfinanzierung könnten erhebliche Innovations-potenziale erschlossen werden.
Leadmärkte schaffen und „man to the moon“- Projekte entwickeln
Eine innovationsorientierte Gestaltung der Rahmenbedingung ist wichtig. Darüber hinaus kann strategische und leadmarkt-orientierte Forschungs- und Entwicklungsförderung einen wichtigen Beitrag leisten. „Leuchttürme“ können Orientierung geben und Entwicklungspfade markieren.
Neue institutionelle Strukturen für Innovation aufbauen
Innovation braucht Dialog. Aber Dialog braucht eine Struktur – auch um Innovation als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik auf Dauer zu stellen. Innovationsstrategien leiden u.a. darunter, dass sie finanziell, instrumentell und inhaltlich zerfasern.
V. Zukunft braucht Mut
Entlang dieser Eckpunkte wird sich in den kommenden Monaten und Jahren die Agenda einer Ökologischen Industriepolitik entwickeln müssen. Der ökologisch-ökonomischen Herausforderung kann nicht mit der Strategie eines Ministeriums begegnet werden, sondern nur durch eine umfassende und übergreifende Modernisierungsstrategie Europas und der Bundesrepublik. Zu deren Gelingen müssen die Regierungsressorts ebenso beitragen wie die Wirtschaftsverbände, die Unternehmen, die Wissenschaft und die zivilgesellschaftlichen Akteure.
Technologische Fragen und Entwicklungen werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Technologische Innovationen müssen aber eingebettet sein in soziale und ökonomische Innovationen sowie kulturelle und gesellschaftliche Reflexion. Wer einen neuen Fortschritt will, kann das nur im Konsens organisieren.
Neuer Fortschritt braucht einen „New Deal“, einen Gesellschaftsvertrag für Umwelt, Wirtschaft und Beschäftigung. Diesen Vertrag können wir nur gemeinsam schließen. Er wird für niemanden kostenlos zu haben sein. Aber er schafft neue Synergie und baut auf neue Allianzen als Ergebnis radikal veränderter Rahmenbedingungen. Ökologie und Ökonomie sind immer weniger Widerspruch, ökonomische und ökologische Rationalitäten bewegen sich aufeinander zu – unaufhaltsam und immer schneller. Das zu realisieren und die Diskussion über die Konsequenzen weiter anzustoßen, dafür steht das Bundesumweltministerium.
BMU_Memorandum_New_Deal_Wirtschaft_Umwelt_Beschaeftigung_2006-10
BMU_Memorandum_New_Deal_Wirtschaft_Umwelt_Beschaeftigung_2006-10.pdf (315.43KB)
BMU_Memorandum_New_Deal_Wirtschaft_Umwelt_Beschaeftigung_2006-10
BMU_Memorandum_New_Deal_Wirtschaft_Umwelt_Beschaeftigung_2006-10.pdf (315.43KB)


Das Einmaleins des Emissionshandels

Treibhausgase CO2-Emissionshandel
WWF_und_Oeko-Institut_einmaleins_des_emissionshandels_2003.pdf (37.4KB)
Treibhausgase CO2-Emissionshandel
WWF_und_Oeko-Institut_einmaleins_des_emissionshandels_2003.pdf (37.4KB)

Das ÖKO-Institut gab im Jahr 2003 zusammen mit dem WWF einen ersten Überblick über die wichtigsten Grundregeln des Emissionshandels.

In den Folgejahren sind weitere Publikationen zum CO2-Emissionshandel erschienen.
Im Rahmen der Diskussion um CO2-Mindestpreise wurden
Forderungen des WWF Deutschland auf Basis der Studie des Oeko-Instituts von 2018 „CO2-Mindestpreise im Instrumentenmix einer Kohle-Ausstiegsstrategie für Deutschland“ gestellt.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2020, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung:
"Der Preis auf CO2 - Über ein wichtiges Instrument ambitionierter Klimapolitik"

Bundesumweltminsisterium: Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument, mit dem die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen gesenkt und so das Klima geschützt wird. Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Politik legt fest, wie viele Tonnen CO2 von einer Gruppe insgesamt  ausgestoßen werden dürfen. Wer zu der Gruppe gehört und das Klima mit CO2-Emissionen anheizt, benötigt nun für jede ausgestoßene Tonne CO2 eine Emissionsberechtigung. Diese Berechtigungen können die Gruppenmitglieder zum Beispiel bei staatlich organisierten Auktionen kaufen. Wird ohne Berechtigung CO2 emittiert, sind Strafzahlungen fällig. Wer wenig CO2 emittiert, muss entsprechend wenig für Berechtigungen ausgeben. Klimaschutz lohnt sich damit auch finanziell.